Samstag, 9. Februar 2019

Finnische Strümpfe - Finnish stocking

[unbeauftrage Werbung, da Markennennung] 
Wow, es war verdammt lange still hier, aber nicht, weil ich nicht gestrickt, gehäkelt oder genäht hätte. Ich könnte jetzt eine lange Abhandlung darüber schreiben, wie wichtig es ist, auf sich selber aufzupassen, Signale des Körpers und Geistes wahrzunehmen und dann eben nicht Wonderwoman zu spielen, sondern mal Nein zu sagen.
Und obwohl das ein sehr wichtiges Thema ist, soll es auf diesem Blog doch eigentlich um etwas anderes gehen.


Also, ich weiß ja nicht, wie es bei euch wettertechnisch so aussieht, aber wir stecken hier noch voll im Winter. Seit Wochen schon ist unsere Terrasse unterschiedlich hoch zugeschneit und es ist kalt. Ziemlich kalt. Ich bin ja eher für den Sommer (was meiner Strickaffinität leicht entgegenläuft, oder auch nicht) und ich habe das ganze Jahr über kalte Füße. Und ich hasse dicke, schwere Winterstiefel. Meine Docs (ganz normal, ungefüttert) sind das höchste der Gefühle, also wende ich das Zwiebelprinzip auch an meinen unteren Extremitäten an. Ich liebe gestrickte Socken!
Sie gehörten zu den ersten Dingen, die ich überhaupt gestrickt habe, und ich arbeite sie immer mal wieder gerne als “Zwischenprojekt”. Ich versorge auch ganz gerne Familie und Freunde damit und freu mich immer wie Bolle, wenn ich eins meiner Werke über Laminatboden und Fischgrätparkett gleiten sehe.




Dieses Mal habe ich für mich selbst gestrickt und mich mal an etwas höheres gewagt. So zu 100% Kniestümpfe sind es irgendwie nicht geworden, weil ich Angst hatte (unbegründet, aber kribbeln wollte ich nicht), dass mein Garn nicht reicht. Ich liebe Sie trotzdem abgöttisch. Der Farbverlauf ist einfach wunderschön und ganz ehrlich: Ich habe noch nie so warme Strümpfe besessen!
Das Garn habe ich auf einer Veranstaltung bekommen und es ist (noch?) nicht jetzt auch in Deutschland erhältlich. Wer aber mal in Finnland war oder finnische Freund*innen hat, der kennt’s bestimmt: Novita ist wohl der Inbegriff finnischen Handstrickgarns.
Das Garn ist der Klassiker 7 Veljestä (7 Brüder), meine Freundin Sanna hat es auch sofort erkannt. Laut Banderole besteht es aus 45% Wolle, 30% finnischer Wolle und 25% Polyamid. Es fühlt sich herrlich rustikal an und sieht auch so aus. Außerdem riecht es auch nach ein Wenig nach Schaf. Call me a weirdo, aber ich finde das großartig!






Auf der Website von Novita habe ich auch die kostenlose Strickanleitung (EN) gefunden und mich sofort in das Zopfmuster verliebt. Es hat sich auch toll stricken lassen! Ein Bisschen Hirnschmalz hat es gekostet, denn der finnische Anleitungsstil ist ein Bisschen anders als ich es gewohnt bin, aber das ist fast zu vernachlässigen. Hauptsächlich ging es sowieso nach Strickschrift, also alles kein Problem.
Laut Anleitung braucht man 3 Knäuel, ich hatte jedoch nur zwei. Allerdings ist die Anleitung auch für Größe 38/39 und sicher für Menschen gedacht, die mindestens 10 cm größer sind als ich, also hatte ich Hoffnung, dass es  gerade so reicht. Ich habe also den Schaft etwas gekürzt, weswegen mir die Strümpfe leider nicht bis ans Knie hoch gehen, sondern etwas darunter enden. Am Ende war meine Angst komplett unbegründet und ich hätte die 5 cm mit dem, was pro Knäuel übrig war, wahrscheinlich doch noch stricken können. Den ersten fertigen Strumpf wieder aufzuribbeln war aber keine Option, also sind sie jetzt so, wie sie sind.





Schön finde ich die Fersenkonstruktion. Es wird nicht wie ich typisch bei der Ferse mit Käppchen erst die Fersenwand gestrickt und dann an deren Seite Maschen für den Zwickel aufgenommen. Stattdessen wird weiter in Runden gestrickt und an der Fersenwand zugenommen. So entsteht der Spickel quasi nebenbei und die Oberseite wird weiter fortgeführt. Dann wird das Käppchen gearbeitet und man kommt direkt bei den Runden für den Fuß wieder heraus.
Den Fuß habe ich gar nicht verändert, obwohl ich ja nur Gr. 36/37 trage. Da ich aber ziemlich eng stricke, habe ich auch mit der angegebenen Rundenzahl die richtige Fußlänge erreicht (Puh!).
Ich habe die Strümpfe dann auch tatsächlich noch 2018 fertiggestellt und das neue Jahr direkt damit eingeleutet. 


Garn: 7 Veljestä, Pohjola-Reihe, von Novita,
2 Knäuel à 100 g/200 m
Strickanleitung: Long Socks with Cables von Novita
Ninja style: Schaft gekürzt, indem ich einen Musterrapport weggelassen habe. Das war’s auch schon.






Wow, it's been quite a while. Not though, because I haven't been knitting, crocheting or sewing. In fact, I could write a long post about the importance of taking care of yourself, recognizing the signs your body and mind give, not trying to be Wonderwoman when you can't and simply learning to say no.
And even though selfcare is an incredibly important topic, this blog is about something else. 


I don't know how the wheather has been on your end of the world, but on mine, it's winter. It has been for weeks. Our terrace has gone through different states of being snowed in, and it's cold. Really cold for my taste. I'm a lot happier in summer (not sure if that concords with my love for knitting and wool, or the contrary), and I have cold feet all year round.  Also, I hate heavy winter boots. My (regular) Docs are the heaviest footwear I can stand, so I use the layering technique on my lower extremities as well. I simply love knitted socks!
They were one of the first things I've ever made and I love squeezing them in between bigger projects. They're also something I enjoy knitting for family and friends and it makes my heart sing seeing my loved one wear them. 




This time I made some for myself and ventured some longer stockings. They're not as high as I'd have likes, but I was afraid the yarn wouldn't be enough. Nevertheless, I absolutely dote on them. The gradient colours are to die for and I honestly have never owned socks that warm!
I got the yarn for free at a convention, and if you're from Finland or have finnisch friends you surely know it: Novita is THE finnish yarn.
I used the classic 7 Veljestä (7 brothers), immediately recognized by my friend Sanna. According to the label it's 45% wool, 30% finnish wool and 25% polyamide. It's wonderfully rustic to the touch nd eye. Furhtermore, it has this light "sheep smell". Call me a weirdo, but I love that!



On Novita's webite I found the free pattern and fell for the cables right away. A fun knit! I had to get used a little to the style of the instructions that was a bit different from what I am used to, but that was a minor thing. You mainly follow the charts, so no probs.
According to the pattern you need 3 balls of yarn, I only had two. However, the pattern is for size 38/39 and probably made for people who are about 10 cm taller than me, so I hoped my yarn would just be enough. I shortened the leg a little, which is why the stockings don't go right up to the knee like I would have liked. In the end, I didn't have to worry about the amount of yarn and might even have knitted the extra 5 cm with what was left after finishing. However, frogging the first finished sock was not an option after all the work, so they are what they are now.



I really like the heel contruction. For the typical (German?) heel with heel cap you first knit the heel straight down in rows, then turn it and pick up stitches along the edge for the gusset. In this pattern, you simply go on knitting in the round, increasing along the heel to form the gusset. Then you work the heel cap and go straight back to knitting the foot in the round.
Even though I wear size 36/37, I worked the foot strictly as stated in the instruction. Because I knit quite tightly, the foot had the correct length even working all the rounds without shortening a thing.
I was very proud of finishing the socks still in 2018 and started the new year very cozily.

Yarn: 7 Veljestä, Pohjola line, by Novita,
2 balls à 100 g/200 m
Pattern: Long Socks with Cables by Novita
Ninja style: Leg shortened by working one pattern repeat less. But that was it.





Sonntag, 20. Mai 2018

Rock mit Hindernissen - Dragonfly skirt



Man sieht es auf den ersten Blick nicht, aber dies ist die Geschichte eines Fails. Keine Angst, sie geht gut aus, aber es gibt ein paar Stellen zum Luftanhalten.
Es begann alles mit einem langen Wochenende in Madrid. Ganz oben auf meinem Programm stand nicht der Prado, nicht mal Malasaña, sondern Black Oveja, ein kleiner, großartiger Handarbeitsladen, der u.a. tolle (Bio-)Stoffe führt. Wenn ihr mal in Madrid seid, empfehle ich dringend einen Besuch.




Als ich dort beim Stöbern diesen mittelschweren japanischen Baumwolldruckstoff gesehen habe, musste ich ihn unbedingt haben. Un-be-dingt. Ich habe den letzten Meter erhascht, war mir aber sicher, dass ich da schon einen Rock rauskriege. Das Problem: Der Stoff war nur 1,10 m breit und ich bin jetzt auch nicht gerade Size 0 (No regrets there!). Also lag er ein Bisschen herum und ich wartete auf Eingebung.


Dann die Überraschung: Auf dem Leipziger Wollefest fand ich an einem Stand eben diesen Stoff wieder. Meine Rettung! Ich sah mich schon in einem weitschwingenden Wirbel aus Libellen flanieren und nahm noch einen Meter mit. Und genau das war der Fehler.
Beim Aufeinanderlegen der beiden Stücke zu Hause dann der Schock und eine Monster-Facepalm. Natürlich war es dieselbe Farbe, aber eine andere Charge und damit der Ton leicht unterschiedlich. Auf dem Foto im Nachmittagslicht auf unserer Terrasse fällt es besonders auf (in echt ist es nicht ganz so krass). Ich hätte mich ohrfeigen können! Wie lange stricke ich schon? Wie oft habe ich Chargennummern auf Wollknäueln abgeglichen, damit auch ja der Ton stimmt? Habe ich beim Stoffkaufen wirklich nicht daran gedacht, dass auch hier die Chargen wahrscheinlich unterschiedliche Farbtöne haben könnten? Nein, mit keiner Silbe. Leb wohl, du weitschwingender Rock mit Schleife! 




Nach ein paar Tagen Jammern und Grübeln habe ich mich dafür entschieden, eben den Bund in dem abweichenden Farbton zu nähen und zu versuchen, aus einem der Stücke den gesamten Rockteil herauszuquetschen. Und es hat funktioniert!
Ich habe als Vorlage den Rock von New Look 6143 genommen, ihn 5 cm gekürzt, oben eine Größe 14 mit Größe 16 an der Hüfte ausgeschnitten, die Nahtzugabe verringert und dann so lange gepuzzelt, bis ich alle drei Rockteile auf dem Stoffquadrat hatte. Glücklicherweise sind die Libellen kreuz und quer und nicht in eine bestimmte Richtung ausgerichtet … 



Aus dem anderen Stück habe ich meinen allerersten Schnitt für einen sich verjüngenden Bund selbst gemacht. Bisher habe ich aufgrund mangelnder Kenntnisse immer einen geraden Bund genäht, obwohl die bei meiner Figur nicht so gut sitzen. Emily von In the folds hat aber eine tolle Anleitung geschrieben und der Bund ist super geworden. Auch eine Premiere sind die mit Schrägband eingefassten Nahtzugaben innen. Ich hab immer die schönen “Innenleben” anderer Hobbyschneiderinnen beneidet, aber den Aufwand gescheut. Nicht mehr! Es ging viel schneller als gedacht und ich bekomme immer Libellen Schmetterlinge im Bauch, wenn ich mein Werk betrachte.




 Durch die je 4 Kellerfalten vorne und hinten hat der Rock immer noch recht viel Volumen, sitzt ein kleines Stück unter meiner Taille und hat sich beim ersten Ausführen zum Picknick absolut bewährt. Ich hab ihn seitdem kaum ausgezogen. Achso, und Taschen! Taschen, hat er natürlich! :)


P.S.: Sorry für die mittelmäßigen Bilder. Es war ein eher windiges Picknick und als sich der Wind endlich gelegt hatte, war das Licht nicht mehr so toll. Das Lebkuchenpferdgrinsen ist auch nicht gelungen, das lag aber nicht am Rock!

 


You can't see it at first glance, but this is the story of a failure. Don’t worry it has a happy ending, but there are some moments to hold you breath.
It all begins with a long weekend in Madrid. At the top of my sightseeing list there wasn’t the Prado, not even Malasaña, but Black Oveja, a small, but wonderful fabric/yarn shop that stocks some incredible (organic) cottons. If you ever visit Madrid, I highly recommend stopping by.


Katja's little helper

When I saw this fantastic Japanese medium-weight cotton with the dragonfly print. I had to had. I just had to. I acquired the very last meter and thought, I should be able to squeeze out a skirt anyway. So here’s the problem: The fabric was only 1,10 m wide and I am not exactly size 0 (No regrets there!). It therefore lay in my stash for a while until I stumbled upon it again at the Leipziger Wollefest. I was thrilled, already saw myself in a twirl of dragonflies, and bought another meter. Which was the failure. 



When I got home and lay the two pieces of fabric on top of one another, it turned out the tones were slightly different. It is very very obvious on the photo in the afternoon light on our terrace (it’s not that bad in real life though). I could have slapped myself! How many years of knitting experience do I have? How many times have I checked batch numbers on skeins and balls so the tone of the colour is exactly the same? Did I really not think about fabric batches being slightly different when fabric shopping. Well, nope, I didn’t. Farewell, full skirt with a bow!




I was devastated for a few days and pondered about how to fix this. In the end I decided I’d just make the waistband from one piece and try to squeeze out the skirt of the other. Believe it our not, but it worked!
I used the skirt part from New Look 6143, shortened it by 5 cm,  cut a size 14 in the waist and a 16 in the hip, trimmed down the seam allowance and moved the pattern pieces around until the actually fit. Luckily the dragonflies are simply criss-crossing all over …



From the second piece I cut my very first self-drafted, shaped waistband. Until then I had only drafted straight waistbands even though they don’t fit my figure too well. I jut didn’t know how to draft a shaped one. Emily from In the folds has written a brilliant tutorial, and it wasn’t difficult at all. The waistband turned out perfect. Another first was the seam allowances finished with bias tape. I’ve always been awed by the beautiful insides of other seamstresses garments, but shunned the effort. Well, not anymore! It didn’t take long at all and I have dragonbutterflies in my stomach when looking at my work.


The four box pleats in the front and back give the skirt enough fullness. It sits just below my natural waist, is very comfy and has proved itself during its first outing for a picnic. I’ve hardly taken it of ever since. Oh, and pockets! Of course it has pockets! :)

P.S.: I'm sorry about the not so great pictures. It was quite a windy picnic and when the wind finally stopped, the light was not so great anymore. Also, there was something wrong with my usual Cheshire cat grin that day. Rest assured that it wasn’t the skirt’s fault.

Stormy weather

Mittwoch, 25. April 2018

Coffee & Crafts Sunday - Amigurumi bees for the World Bee Day


So the last Coffee & Crafts Sunday was a while ago already, but I wanted to show you what we were doing: crochet bees! Aren’t they adorable? But even better: They’re for the World Bee Day on May 20th. Friends of the Earth Germany is having a campaign called “A place to be(e)” to raise awareness of the bees dying and demand immediate action from our government.
For this, they are calling people to crochet little amigurumi bees. Well, they didn’t have to ask me twice! So Sanna and I sat down two Sundays ago and bust my stash (of course it’s not a huge stash buster, but anyway). We found some leftovers of yellow cotton yarn that is just perfect bee colour.
I’ve made three so far, another two insects are waiting for their wings to be attached, and I think I can squeeze out another little fella. :)
You can find the pattern here (don’t forget to sign the petition). The bees should be sent until May 15th, so you still have time to make a few (and one more to keep).





 

On the photos you can also see a bit of the big project that has been cutting my knitting and sewing time: making our terrace habitable. It has such a nice wooden floor, but when we moved in it was all mossy and thriftwood grey. So I spent a few days cleaning of the moss, ground the planks and oiled the wood twice. It is now all nice and smooth and has a beautiful colour. After that, we got some plants and a container to make a raised bed where my radishes are already showing small leaves and carrots and kohlrabi hopefully will sprout soon. We still have to get some tomato plants (too late to start growing them now). The strawberry plants are still small, but flowering and the lavender will be in full bloom soon. Ah, I just love having a little “garden” on the terrace, and maybe there will be some real bees one day….




Der letzte Coffee&Crafts-Sonntag ist schon ein Bisschen her, aber ich wollte euch noch zeigen, was wir gemacht haben: Häkelbienen! Sind die nicht herrlich? Und noch besser: Sie sind für den Weltbienentag am 20. Mai. Der BUND plant eine Aktion ihrer Kampagne “A place to be(e)”, um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen und von der Bundesregierung sofortige Maßnahmen zu fordern.
Dafür sind die Leute aufgefordert, Bienen-Amigurumis zu häkeln und einzuschicken. Klar, ich lasse mich bei sowas nicht lange bitten. Also haben Sanna und ich uns hingesetzt und Sonntag vor zwei Wochen meinen Garnvorrat geplündert. (Naja,
geplündert ist nicht das richtige Wort, ein Stash buster ist das jetzt nicht gerade…) Wir haben auch tatsächlich ein paar Baumwollreste in perfektem Bienengelb gefunden. Bisher habe ich drei fertiggestellt, zwei weitere kleine Insekten warten noch auf ihre Flügel und ich denke, ich bekomme auch noch eine sechste Biene raus.
Die Anleitung findet ihr hier (nicht vergessen, die Petition zu unterschreiben!). Die Bienen sollten bis zum 15. Mai eingeschickt werden, ihr habt als
o noch Zeit, ein paar zu häkeln (und dann noch eine zum Behalten).




Auf den Fotos ist auch ein Bisschen von meinem anderen Großprojekt zu sehen, das meine Strick- und Nähzeit arg beschnitten hat: Unsere Terrasse soll schöner werden. Also wir letztes Jahr hier eingezogen sind, war sie ganz vermoost und treibholzgrau. Ich habe nun ein paar Tage damit verbracht, sie zu säubern, abzuschleifen und zu ölen. Jetzt ist der Holzboden wieder schön glatt und hat einen tollen, warmen Braunton. Danach haben wir noch ein paar Pflanzen und ein Hochbeet besorg, in dem die Radieschen nun schon ein paar winzige Blätter zeigen und die Pariser Möhren und der Kohlrabi hoffentlich auch bald sprießen. Ein paar Tomatenpflanzen müssen wir noch besorgen (zu spät, sie jetzt noch selbst zu ziehen). Die Erdbeerpflanzen sind zwar noch klein und zart, blühen aber schon, und der Lavendel steht auch kurz vor der Blüte. Ach, ich liebe meinen kleinen Terassen-Garten. Vielleicht zeigt sich ja auch mal eine echte Biene…


Mochi checkt in der Zwischenzeit schon mal den Rosmarin

Sonntag, 15. April 2018

Spring flashback - The Lionberry Shawl(ette)


This one is a super flashback: The Lionberry shawl(ette).
The pattern is by Narniel of Endor (free on Ravelry) and even though I am not huge a fan of yellows, I liked it immediately.
I knitted it about two years ago (might be three even), but never took photos of it. 

The first fine days of the year were a great opportunity to catch up on this, enjoying the sun, Banh Mi and a nice Ginger lemonade.




This was a typical Nadelninja project, my choice of yarn being impulsive rather than apt for the pattern. Apt for the weather it was back then: I remember knitting it during our annual visit to Galicia in late autumn and it was quite cold and rainy.
I used Rowan Alpaca Colour which is not a lace yarn at all. But it had just charmed me so much in the shop (the charm of the yarn …) with its softness and its beautiful colour so that my brain went into sleep mode and I bought two skeins, determined to use it for the Lionberry shawl.




In the end, the two skeins weren’t enough and I had to leave out a few rows in the last part of the pattern. (I don’t know which ones exactly, because I threw out my notes during our moving into the new apartment last august. Why would I do that? No idea. Ask my exhausted, close-to-a-nervous-breakdown self from last year…). Nevertheless, the result is beautiful, rather a shawlette than a shawl, but I love it. It’s soft and warm, perfect for spring days with that fresh wind, and the different tones of yellow are just delicious. Cheers!





Hier kommt ein Super-Flashback: Mein Lionberry-Tuch. Das Design ist von Narniel of Endor (auf Englisch gratis auf Ravelry) und obwohl ich kein besonders großer Fan von Gelb bin, hat es mir sofort total gut gefallen.
Ich habe es vor ungefähr zwei Jahren gestrickt (könnten auch drei sein), aber nie Fotos davon gemacht. Zeit, das bei den ersten Sonnenstrahlen, leckeren Banh Mi und Ingwer-Limo nachzuholen.




Es war so ein typisches Nadelninja-Projekt, denn meine Garnwahl war eher impulsiv als tatsächlich für die Anleitung geeignet. Für das Wetter damals allerdings schon: Ich erinnere mich noch, dass ich das Tuch während unseres jährlichen Galicien-Besuchs im Herbst fertiggestrickt habe und es ziemlich ungemütlich war. Ich habe Rowan Alpaca Colour verwendet, das jetzt nicht gerade ein Lace-Garn ist. Aber es hatte mich im Laden mit seiner Weichheit und seiner herrlichen Farbe verzaubert (der Charme des Garns …), sodass mein Hirn kurz in Stand-by gegangen ist und ich zwei Stränge gekauft habe, fest davon überzeugt, daraus das Lionberry-Tuch zu stricken.



Am Ende haben die zwei Stränge nicht gereicht und ich musste im hinteren Anleitungsteil ein paar Reihen auslassen. (Welche genau, weiß ich nicht mehr und bei unserem Umzug letzten August sind meine Notizen dazu rausgeflogen. Warum? Keine Ahnung, fragt mein total fertiges, kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehendes Ich von damals.) Trotzdem ist das Ergebnis wunderschön geworden, ein kleines Tuch halt, aber ich liebe es trotzdem. Es ist wunderbar weich und warm, perfekt für Frühlingstage mit diesem noch kühlen Wind. Und die changierenden Gelb-Töne sind einfach zum Dahinschmelzen. Prost!




Donnerstag, 5. April 2018

Dieschor-Nobby


Es gibt Projekte, die schnell gemacht sind, aber eine ellenlange Vorgeschichte haben. Dieses ist so eins. Das Märchen von den Dieschor-Nobbys geht so:
Es war einmal eine junge Frau namens Sonja. Sie wollte Ihrem Freund zu Weihnachten gerne ein Paar Socken stricken und kaufte dazu bei Buttinette dieses Sockengarn der Hausmarke im Tigerlook. (Ob das so angepriesen war, weiß ich nicht, aber wir waren uns einig, dass es definitiv was von Raubkatze hat.)
Sie begann also tapfer auf dem Nadelspiel die erste Socke zu stricken. Und strickte. Und strickte. Weihnachten kam. Und ging. Sonja strickte immer noch an der ersten Socke. Die Nadeln waren so klein und warum hat der Mann denn auch so riesige Füße?! (Größe 42,5 kann einem sehr groß vorkommen, wenn man das nicht gewohnt ist. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht.) Weihnachten war schon sehr lange vorbei, da pfefferte Sonja die halbfertige Socke frustriert in die Ecke, gab den Plan auf und beschloss, dass das mit dem Sockenstricken einfach nicht ihr Ding ist.



Dann erinnerte sie sich an ihre Freundin Katja. Katja (das bin ich) strickt gerne und ausdauernd. Auch Socken. Also ribbelte Sonja alles auf und schenkte mir die Wolle in der Hoffnung, dass ich dann wenigstens etwas Sinnvolles damit anfange.
Natürlich habe ich mich nicht lange bitten lassen und auch beschlossen, die Socken dem ursprünglich zu Beschenkenden zukommenzulassen. Das Multicolor-Garn ergibt ja schon ein Muster, aber ich habe trotzdem noch etwas gesucht, was dem Ganzen ein Bisschen Struktur gibt. Sonst langweile ich mich ein Bisschen ... In meinem Berg von Sockenanleitungen habe ich dann Nobby von Gudrun Neumann-Mack
gefunden, ein schönes Strickmuster mit wellenförmigem Detail, das sich vom Schaft bis zum Fersenkäppchen zieht - interessant zu arbeiten und nicht zu kompliziert, sodass man es trotz der wilden Streifen gut erkennen kann.


Der Anleitung und der Strickschrift konnte man wirklich gut folgen und auch die Verwendung eines Nadelspiels statt Rundstricknadeln war kein Probloem. Allerdings wäre ein Bisschen mehr Konzentration auf meiner Seite doch angebracht gewesen: Erst bei den Abnahmen für die Spitze habe ich festgestellt, dass ich auf der Oberseite ein falsches Muster gestrickt habe. Statt der Strickschrift korrekt zu folgen habe ich einfach das Bündchenmuster weitergestrickt. Und dabei steht noch drin "Bitte Anleitung vor Beginn genau lesen." *facepalm*

Naja, auch Wurscht. Auftrennen kam nicht in Frage, also hab ich die Spitzenabnahmen ein Bisschen improvisiert und die zweite Socke dann genauso gestrickt. Sie sind trotzdem sehr schön geworden.

Vor und nach dem Spannen
Das war auch  das erste Mal, dass ich tatsächlich einen Sockenspanner verwendet habe. Selbstverständlich besitze ich ein solches Gadget nicht und war auch zu faul eins zu kaufen. Selbst ist die Frau! Aus einem Versandkarton und Klebeband ist das auch ganz fix selbst gemacht. 


Glücklicherweise hat mein Mann dieselbe Schuhgröße wie Nobbys neuer Besitzer, also habe ich ein Paar seiner Stricksocken als Vorlage genommen, den Umriss des Fußteils auf die Pappe übertragen, ausgeschnitten und dann mit Paketklebeband umwickelt, damit es nicht durchweicht. Nach dem Spannen sah der Fußteil vom Dieschor-Nobby auch viel besser aus.

Pünktlich zum Geburtstag war schließlich alles fertig und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende.


Freitag, 23. März 2018

On dance. - My Beatnik jumper


Is there anything more stylish than a great cable work and a boat neck? Is there anything that works better with an A-line mini skirt to give you that 60s flair. I don’t think so. Which is why I am so happy with the outcome of my Beatnik jumper!
The pattern is by Norah Gaughan for Knitty. Surely everyone knows it by now, the design is from 2010, but the classic fisherman cables and the slightly retro shape make it absolutely timeless.
I’m so in love and every time I wear it, there is some serious Jacques Dutronc going on in my head. :)





I used Katia Classic Merino in a beautiful ruby colour. The yarn was fun and very easy to knit with, 50% merino and 50% acrylic - not my first choice to be honest, I’m more of a 100% natural fibres kinda girl, but the yarn was a gift and there is really nothing wrong with it. According to the label it can even be tumbled and … tshang tshang … go in the dryer. I don’t think I’ll try that though.

My yarn was a little less bulky than the one suggested in the pattern and I could not solve this by simply going up a needle size. However, I don’t despair when facing this insignificant kind of problem and just knitted one size bigger using the length/height indications for my normal size when indicated in inches. With this pattern that worked perfectly. I just shortened the jumper by knitting an inch less in the lower part before the waist shaping. The fit is a little more figure hugging and the boat neck is not that, but so what? I totally dig the 3/4 length sleeves as well.



The cable work was interesting enough to keep me at it, but not complicated enough to glue me to the instructions in order not to lose myself. A really fun thing for train rides and an entire season of “Miss Fisher’s Murder Mysteries”.

The only “off-putting” thing about this project was that it took me forever to block it. First, I wasn’t that motivated (I’m really not a fan of blocking.), then did not have enough space to block all parts at once, and finally, it took the yarn forever to dry properly. I really don’t know why, but I had each batch sitting there for about a week. The jumper will go in the wash now and I’m curious how long it takes until I can wear it again. And I really really want to!





Anyway, when the blocking was finally done, finishing it was went more quickly than usual. I’m also not a big fan of assembling, but maybe the long waiting period before worked. So right when the last stitch was dry, I closed the shoulder seams and started setting in the sleeves - least fun part always. Luckily the seed stitch is very forgiving and it wasn’t that hard to attach the sleeves properly. The rest was a piece of cake and after putting it on for the first time, I didn’t want to take it of.



Gibt es etwas stylisheres als ein tolles Zopfmuster und einen U-Boot-Ausschnitt? Gibt es irgendetwas, das besser zu einem ausgestellten Minirock aussieht und ein Bisschen 60s ins Outfit bringt? Wenig. Deswegen bin ich sehr glücklich mit dem Ergebnis meines Beatnik-Pullis.
Das Design ist von Norah Gaughan für Knitty. Ich glaube, das ganze Internet kennt es mittlerweile, denn es ist von 2010, aber das Zopfmuster und die Retroform machen den Pulli einfach zeitlos. Ich bin regelrecht verliebt und habe jedes Mal, wenn ich trage, einen äußerst hartnäckigen Jacques-Dutronc-Ohrwurm. :)

Ich habe Katja Classic Merino in einem schönen weinrot verwendet. Es war einfach zu verstricken, in der Zusammensetzung 50% Merinowolle und 50% Polyacryl - nicht meine erste Wahl, wenn ich ehrlich bin. Ich mag lieber 100% Naturfaser, aber ich habe das Garn geschenkt bekommen und es gab auch tatsächlich überhaupt nichts daran auszusetzen. Laut Etikett darf es auch geschleudert werden und … tschang tschang … in den Trockner! Ich werde das aber wohl nicht ausprobieren…





Mein Garn war feiner als das, das in der Anleitung verwendet wird, und ich konnte das auch nicht durch eine größere Nadel ausgleichen. Natürlich bin ich niemand, der angesichts solch schnöder Hindernisse verzweifelt. Also habe ich einfach nach den Angaben für eine Größe größer gearbeitet und dort, wo die Länge/Höhe in Inches angegeben war, eben die meiner eigentlichen Größe genommen. Hat mit dieser Anleitung perfekt funktioniert. Ich habe den Pulli ein Bisschen gekürzt, indem ich vor den Taillenabnahmen ein Inch weniger gestrickt habe. Er ist ein Bisschen anschmiegsamer und der U-Boot-Ausschnitt ist nicht ganz so weit, aber was soll’s… Die Dreiviertelärmel sind Spitze.

Das Zopfmuster war anspruchsvoll genug, um mich bei Laune zu halten, aber nicht so schwierig, dass ich ständig im Strickmuster kleben musste. Sehr angenehm für Zugfahrten und eine ganze Staffel “Miss Fisher’s Murder Mysteries”.

Das einzig “Anstrengende” war, dass es gefühlt ewig gedauert hat, bis ich den Pulli gespannt hatte. Zunächst war ich nicht so motiviert (Ich bin kein Fan von Spannen, es ist eher eine etwas lästige Notwendigkeit.), dann hatte ich nicht genug Platz um alle Teile auf einmal zu spannen, und schließlich sind die Teile nur sehr langsam getrocknet. Ich habe keine Ahnung, warum, aber bei jeder Etappe hat es eine gute Woche gedauert. Ich werden den Pulli demnächst waschen  und bin sehr gespannt, wie lange es dauert, bis ich ihn wieder anziehen kann. Und ich will unbedingt!



Als das Spannen aber endlich ein Ende hatte, ging der Rest sogar schneller als sonst. Ich bin auch kein großer Fan vom Zusammensetzen, aber vielleicht hat es geholfen, dass ich vorher so lange warten musste. Sofort nach dem Trocknen habe ich also die Schulternähte geschlossen und angefangen, die Ärmle einzusetzen, was immer am wenigsten Spaß macht. Immerhin sieht man beim Perlmutter Unregelmäßigkeiten nicht so und es war auch nicht so schwierig, die Ärmel anständig anzunähen. Der Rest war Pillepalle und nach dem ersten Anprobieren wollte ich meinen neuen Pulli gar nicht mehr ausziehen.



Je ... suis un homme... responsable ... nana na na nana na...